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	<title>Borderline Welt</title>
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	<description>Leere Dissoziation Fertigkeiten</description>
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		<title>Ritzen gegen den Stress</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Aug 2007 22:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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(von Michael Freitag in &#8220;Eppendorfer&#8221; 1/2006)
Um aufzuklären und zu informieren, lud ViaAltona jüngst zu einer Fachveranstaltung zum Thema Borderline ein – und präsentierte im Altonaer Rathaus die Ausstellung &#8220;Tagebuch borderline – borderland&#8221; mit Grafiken der Betroffenen Martina Schwarz. Eine beeindruckende Einführung gab außerdem Prof. Dr. Ulrich Sachsse aus Göttingen. 
Selbstverletzendes Verhalten, Schwierigkeiten bei der Beziehungsgestaltung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">(von Michael Freitag in <a href="http://www.eppendorfer.de/" target="_blank">&#8220;Eppendorfer&#8221; </a>1/2006)<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Um aufzuklären und zu informieren, lud ViaAltona jüngst zu einer Fachveranstaltung zum Thema Borderline ein – und präsentierte im Altonaer Rathaus die Ausstellung &#8220;Tagebuch borderline – borderland&#8221; mit Grafiken der Betroffenen Martina Schwarz. Eine beeindruckende Einführung gab außerdem Prof. Dr. Ulrich Sachsse aus Göttingen. <o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Selbstverletzendes Verhalten, Schwierigkeiten bei der Beziehungsgestaltung, chronische Suizidalität, panische Angst vor dem Verlassenwerden – die Symptome einer Borderline-Persönlichkeitsstörung sind vielfältig.</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana"> Im Bewusstsein der Öffentlichkeit sind Borderliner aber in erster Linie Menschen, die sich selber verstümmeln, sich etwa mit Rasiermessern die Haut aufritzen. </span><span id="more-1"></span><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Um aufzuklären und zu informieren, lud ViaAltona jüngst zu einer Fachveranstaltung zum Thema Borderline ein – und präsentierte im Altonaer Rathaus die Ausstellung &#8220;Tagebuch borderline – borderland&#8221; mit Grafiken der Betroffenen Martina Schwarz. Eine beeindruckende Einführung gab außerdem Prof. Dr. Ulrich Sachsse aus Göttingen, der zum Thema &#8220;Selbstverletzung – Symptom im Wandel der Zeit&#8221; referierte – und sowohl Ursachen der Persönlichkeitsstörung als auch Behandlungsmöglichkeiten aufzeigte.<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Borderliner sind sehr gesund und sehr gestört</span></strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana"><o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">&#8220;Borderliner sind sehr gesund und sehr gestört, beides ist da&#8221;, charakterisierte Sachsse zu Beginn des Vortrags die Persönlichkeitsstörung. Die Betroffenen könnten schnell aus einem sehr stabilen Zustand in einen schlechten Zustand abstürzen. Erst in den 1990er Jahren sei deutlich geworden, dass Borderliner unter Traumatisierungen leiden. Allerdings: &#8220;Alle einfachen Gleichungen sind falsch. Man kann vom Symptom keine Diagnose stellen.&#8221; Das heißt: Nicht jedem selbstverletzenden Verhalten liegt etwa ein Missbrauch zugrunde.<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Für Sachsse ist Borderline eine behandelbare Störung, das selbstverletzende Verhalten das bestwirkende Medikament im Hochstress. &#8220;Nichts wirkt vergleichbar gut außer Heroin.&#8221; Borderline sei eine Stressverarbeitungsstörung von Menschen, die zu schnell in Stress geraten. Ein weiteres Kennzeichen dieser Personen: schnell wechselnde Beziehungen. <o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Die Verlassenheitsangst des Säuglings ist eine Realangst</span></strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana"><o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Das Gefühl zu haben, man sei unerwünscht, kann schon zu großem Stress führen. Früh erfahrene Ablehnung, Gewalt gegen den Fötus in der Schwangerschaft, Abtreibungsversuche, Stress in der Schwangerschaft könnten zu diesem Gefühl führen. Unter dem Begriff Deprivation (Mangel oder Entzug von etwas Erwünschtem) lässt sich bereits ein Baustein für eine Persönlichkeitsstörung zusammenfassen. Die fehlende Zuwendung der Mutter, Liebesentzug, frühkindliche Verlassenheit bleiben nicht folgenlos. Sachsse: &#8220;Die Verlassenheitsangst des Säuglings ist eine Realangst. Denn in der Natur wäre ein Kind bei optimalsten Bedingungen erst ab vier Jahren allein überlebensfähig.&#8221; Alleinsein führe zur Verlassenheitsdepression. Aber es gebe, so Sachsse, auch Bindungen, die Gewalt und Übergriffigkeit bedeuten. &#8220;Ein Säugling bedeutet Stress. Die Frage ist, wie Eltern damit umgehen können. Schaltet die Mutter einfach ab, wird die wichtige Bindung zum Säugling unterbrochen. Schlagen Männer zu, wird der Umgang mit Stress an den Säugling weitergegeben.&#8221; In dieser frühen Phase würden die Grundlagen für die chaotischen Bindungsmuster der Borderliner gelegt. Angst vor Verlassenheit, Alleinsein und Todesangst seien ein wichtiges Kriterium.<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Bei Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung träten auch unkontrollierbare Spontanregressionen auf, also der Wechsel vom Erwachsensein zum Kind – wobei nicht das mitunter infantile samstägliche Freizeitverhalten von Männern auf Fußballplätzen gemeint sei, wie Sachsse bemerkte. &#8220;Borderliner sind festgefahren in kindlichen Bindungsmustern, haben gleichzeitig sowohl Misstrauen als auch Sehnsucht nach intensiver Nähe.&#8221;<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Wie reagiert eine zerstörte Kinderseele auf Misshandlung und sexualisierte Gewalt?</span></strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana"><o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">&#8220;Lösungen&#8221; sind laut Sachsse Depersonalisation (Veränderung der Selbstwahrnehmung, die Person fühlt sich fremd im eigenen Körper), Derealisation (Gefühl der Unwirklichkeit, die Umwelt wird als fremd oder verändert wahrgenommen) und Dissoziation (Unterbrechung des Stroms des Bewusstseins, Abspaltung von Gefühlen, Körperwahrnehmung und Emotionen, der Erinnerung, der Identität und der Wahrnehmung der Umwelt). Von innen werde die Welt draußen beobachtet. Manche litten unter Ängsten und Phobien, andere versuchten die Flucht nach vorn durch Körperkontrolle, etwa mit Hochleistungssport.<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Symptomauslösend, so Sachsse, sei oft eine zufällige Verletzung. Es setze eine Notfallreaktion des Körpers ein, was die Wirkung eines Antistressivums habe. Sachsse: &#8220;Schön, wenn es ein Antistressivum auf dem Markt geben würde.&#8221; So bleibe aber die Selbstverletzung die einzige Möglichkeit, wieder den eigenen Körper zu fühlen, Stress abzubauen. Der Verstand soll wieder funktionieren. Körperentstellung könne aber auch dem Selbstschutz dienen, um zum Beispiel sexuell unattraktiver zu wirken.<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Die Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT)</span></strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana"><o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Bei der Behandlung von Borderline hat sich die Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT) weitgehend durchgesetzt. Ziel ist es, zuerst das Verhalten der Patientinnen zu ändern, bevor mit einer Traumatherapie begonnen wird. Bei Menschen mit Traumafolgestörungen kann es zu einer Verinnerlichung der Täter (sog. Täterintrojekte) und einer Fixierung der traumatischen Zustände im Sinne von kindlichen Zuständen (sog. &#8220;inneres Kind&#8221;) kommen. Die unverarbeiteten Erfahrungen aus der Kindheit beeinflussen unbewusst das Verhalten als Erwachsener. Indem es dem Patienten gelingt, sich aus der Identifikation mit dem verletzten Kind zu befreien, könne er alte Muster durchbrechen, sich von der Vergangenheit lösen und zu einem erfüllten Leben finden – so die Trauma-Therapievorstellung.<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Sachsse schilderte seine Arbeit mit dem &#8220;inneren Kind&#8221; in der traumazentrierten Psychotherapie. Hintergrund: Die nachhaltigste Auswirkung des Traumas auf die Psyche liegt vermutlich im Verlust der Fähigkeit zur Selbstregulation. Die einst erfahrene Ohnmacht und Hilflosigkeit wird wieder und wieder im eigenen Inneren inszeniert und erlitten. In der Therapie werde nun mit der Vorstellung gearbeitet, dass zwei Erwachsene, die erwachsene Patientin und die Therapeutin, sich um ein verlassenes, gequältes Kind (oder ein &#8220;jüngeres Ich&#8221;) kümmern, so Sachsse. Die Hauptaufgabe des Therapeuten bestehe nun darin, die erwachsene Patientin zu ermutigen, zu unterstützen, sich um ihr „inneres Kind“ (bzw. ihr jüngeres verletztes Ich) zu kümmern. &#8220;Die Patientin muss für sich eine therapeutische Funktion übernehmen, wenn es ihr schlechtgeht&#8221;, so Sachsse.<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Eine Regression werde in der Beziehung nicht gefördert, meint Sachsse. &#8220;Es wird der Patientin gesagt, sie solle die Kindzustände nicht annehmen und bei Regression wird darauf bestanden, dass sie wieder in den Erwachsenenstatus kommt.&#8221;<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Der Neuaufbau einer guten inneren Welt dauert lange. </span></strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana"><o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Dabei helfen Imaginationen. Gute, heilsame Bilder können nach und nach ein Gegengewicht zu den schlechten Bildern schaffen, von denen sich die Patientin beeinflusst wahrnimmt. &#8220;Behandelt werden in der Therapie letztlich Phantomschmerzen und Phantomgefühle, wobei die Gegenwart natürlich untraumatisch sein muss&#8221;, bemerkte Sachsse. Er selber plädiert bei traumatisierten Patientinnen auch für eine Arbeit in einem dritten Raum mit Spieltherapie, Tanz, Gestaltgebung. <o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Die Zahl der Borderliner nimmt zu. Warum? &#8220;Bei Zweidrittel der Borderliner steht sexualisierte Gewalt im Hintergrund&#8221;, so Sachsse. Dies sei ein Dauerthema in den Medien, man komme praktisch nicht daran vorbei, wenn man betroffen sei. Weitere mögliche Gründe seien fehlende private Orientierung, der Verlust von Normalität im Privatleben. Dies sei früher als offene Problematik seltener gewesen. Eine andere Möglichkeit: Dass die von Freud so bezeichneten Hysteriker in Wahrheit Borderliner waren.<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Stichwort: Borderlin</span></strong><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana"><o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Nach dem dsm-IV: dem diagnostischen und statistischen Manual psychischer Störungen liegt eine Borderline-Persönlichkeitsstörung mit großer Wahrscheinlichkeit dann vor, wenn ein Mensch unter mindestens fünf der folgenden neun Symptome leidet:<o></o></span></p>
<ul type="disc">
<li class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes      Verlassenwerden zu vermeiden <o></o></span></li>
<li class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher      Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der      Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist <o></o></span></li>
<li class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des      Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung <o></o></span></li>
<li class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden      Bereichen: Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, Rücksichtsloses      Fahren, Fressanfäll <o></o></span></li>
<li class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder      Selbstmorddrohungen oder Selbstverletzungsverhalten <o></o></span></li>
<li class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der      Stimmung <o></o></span></li>
<li class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Chronische Gefühle von Leere <o></o></span></li>
<li class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu      kontrollieren <o></o></span></li>
<li class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide      Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.<o></o></span></li>
</ul>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Als Gründe für die Borderline-Störung gelten sowohl Umwelt- als auch genetische Faktoren. Studien zeigen, dass viele, aber nicht alle BPS-Patienten, eine Vorgeschichte aufweisen aus Miss-<br />
brauch, gestörten Beziehungen zu den Eltern, über- oder unterengagierte Eltern, Vernachlässigung oder Trennung im jungen Alter. Das ambivalente Elternhaus spielt hier eine wichtige Rolle, denn fast alle Betroffenen berichten über wenig fürsorgliche, wenig emotional unterstützende Eltern, die gleichzeitig diffuse Erziehungsstile und Überkontrolle anwenden. Ebenfalls kommt körperliche<br />
Misshandlung häufig vor. 40 bis 71 Prozent der BPS-Patienten berichten von einem sexuellen Missbrauch.<o></o></span>
</p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: 'Times New Roman'"><o></o></span></p>
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		<title>Missbrauch</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Aug 2007 22:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir wissen mittlerweile, dass über 70% aller Patientinnen mit Borderline-Störungen Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kindheit sind, dass die Missbrauchssituation sehr häufig lange anhielt und enge Bezugspersonen im Täterkreis waren. In aller Regel wurde das Sprechen darüber strengstens verboten und die betroffen Kinder entsprechend bedroht. Nun entwickeln nicht alle Kinder, die Opfer sexueller Übergriffe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Wir wissen mittlerweile, dass über 70% aller Patientinnen mit Borderline-Störungen Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kindheit sind, dass die Missbrauchssituation sehr häufig lange anhielt und enge Bezugspersonen im Täterkreis waren. In aller Regel wurde das Sprechen darüber strengstens verboten und die betroffen Kinder entsprechend bedroht. Nun entwickeln nicht alle Kinder, die Opfer sexueller Übergriffe werden, im Laufe ihres Lebens eine Borderline-Störung. Welche Umstände davor schützen und welche Umstände dafür besonders anfällig machen, ist bisher noch nicht vollständig geklärt. Es scheint jedoch sicher, dass gerade Kinder, die eine sehr dichte Beziehung zum Täter entwickeln, lernen müssen, ihren eigenen Gefühlen zu misstrauen bzw. diese als falsch zu bewerten. </span><span id="more-7"></span><span style="font-size: 11pt; font-family: Verdana">Gedanken, wie &#8220;ich habe es ja eigentlich verdient, der Vater/Onkel/die Mutter wird wissen, was er/sie tut, das ist alles ein Zeichen, dass sie mich lieben&#8221;, wirken aus Sicht der Betroffenen zunächst vernünftig und graben sich als Grundannahmen tief in das Selbstbild ein. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Viele Opfer von Gewalttaten lernen zu &#8220;dissoziieren&#8221;, das heißt, unser Organismus reagiert auf starke Bedrohung und äußerste Gefahr damit, dass die Wahrnehmung für die Realität reduziert wird. Die optischen Eindrücke verändern sich, Geräusche klingen nur noch wie von weiter Ferne, Gerüche werden nur noch reduziert wahrgenommen, das Gefühl für Raum und Zeit verändert sich; kurz, alles wird fremd und wie unwirklich. Negative Gefühle wie Angst oder Furcht verschwinden, man fühlt sich seltsam leblos. Bisweilen berichten Betroffene, dass sie ihren Körper verlassen, und scheinbar gelassen von außen die Szenerie betrachten. Dieser &#8220;Schutzmechanismus&#8221; des Körpers wirkt kurzfristig beruhigend, wird jedoch längerfristig, das heißt, wenn diese Phänomene wiederholt eintreten, zum Problem. <o></o></span></p>
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		<title>Borderline ist eine Grenzerfahrung</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 22:17:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein verzweifeltes Bemühen, wirkliches oder vorgestelltes Verlassenwerden zu verhindern. Häufig lange, sehr wechselhafte, intensive zwischenmenschliche Beziehungen, in denen der andere rasch wechselnd einmal als äußerst begehrenswert, wichtig und bedeutsam, dann aber wieder als verabscheuungswürdig, nichtig und unwert erlebt wird. Das Gefühl für die eigene Person oder das eigene Selbstbild ist sehr instabil. Es ist schwierig, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein verzweifeltes Bemühen, wirkliches oder vorgestelltes Verlassenwerden zu verhindern. Häufig lange, sehr wechselhafte, intensive zwischenmenschliche Beziehungen, in denen der andere rasch wechselnd einmal als äußerst begehrenswert, wichtig und bedeutsam, dann aber wieder als verabscheuungswürdig, nichtig und unwert erlebt wird. <span id="more-24"></span>Das Gefühl für die eigene Person oder das eigene Selbstbild ist sehr instabil. Es ist schwierig, bestimmte Impulse, die unter Spannungszuständen entstehen, zu kontrollieren. Zum Beispiel Geldausgeben, wahllose sexuelle Kontakte, Alkohol- oder Medikamenteneinnahme, Ladendiebstahl, rücksichtsloses Fahren oder Fressanfälle. Selbstverletzungen in Form von Schneiden, Brennen, Nägelausreißen, Kopf an die Wand schlagen oder Suiziddrohungen. Ausgeprägte Stimmungsschwankungen.<br />
Chronisches Gefühl der Leere. Übermäßig starke Wut oder die Unfähigkeit, Wut zu kontrollieren.<br />
Vorübergehende dissoziative Symptome oder Wahnvorstellungen. Das alles kann an der Grenze der Realität erlebt werden. Und viel mehr.</p>
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		<title>Borderline-Störung</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 22:12:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Häufig genügen nichtige Anlässe, Gedanken, Gerüche oder Berührungen, um in eine Art Panik &#8220;im Leerlauf&#8221; zu verfallen. Die Zeit dehnt sich, die Welt wird unwirklich, der Körper ist kaum mehr zu spüren. Teilweise helfen Schnittwunden, diesen Zustand zu überwinden, auch Brandwunden oder Verletzungen anderer Art. Bisweilen gelingt es Ihnen, durch extreme körperliche Anstrengung eine kurze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Häufig genügen nichtige Anlässe, Gedanken, Gerüche oder Berührungen, um in eine Art Panik &#8220;im Leerlauf&#8221; zu verfallen. Die Zeit dehnt sich, die Welt wird unwirklich, der Körper ist kaum mehr zu spüren. Teilweise helfen Schnittwunden, diesen Zustand zu überwinden, auch Brandwunden oder Verletzungen anderer Art. Bisweilen gelingt es Ihnen, durch extreme körperliche Anstrengung eine kurze Phase der Entspannung zu erreichen, manchmal erscheint der Suizid als einzige Möglichkeit, dieser Hölle zu entfliehen.&#8221; <span id="more-21"></span>Es ist wie in der Astrologie, wenn einem diese Phänomene bekannt vorkommen, dann könnte es sein, dass es sich bei dem Störungsbild um das Leiden handelt, das im psychiatrisch-/ psychotherapeutischen Fachjargon als &#8220;Borderline-Störung&#8221; bezeichnet wird.</p>
<p>In erster Linie sind es die Betroffenen selbst aber auch deren Angehörige, die häufig auch erheblich unter den zwischenmenschlichen Auswirkungen dieses Störungsbildes leiden.</p>
<p>Im Gegensatz zu Astrologie ist es wichtig zu wissen, dass Borderline-Störungen nicht selten sind, in der Gesamtbevölkerung dürfte etwa 0,5-1% unter dieser Störung leiden (auch wenn viele Betroffenen fürchten, dass sie mit ihrem Leiden ein Einzelfall sind).<br />
Es kann davon ausgegangen werden, dass 10-15% aller ambulant und fast 20% aller stationär in psychotherapeutischen oder psychiatrischen Einrichtungen behandelten Patienten die Kriterien einer Borderline-Störung erfüllen.<br />
Es gibt also weit mehr Betroffene als gemeinhin angenommen wird. Dennoch sind nicht nur die Betroffenen, sondern häufig auch Ärzte und Therapeuten über dieses Störungsbild nur unzureichend informiert.</p>
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		<title>Woher kommt der Begriff Borderline-Störung?</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 22:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Begriff &#8220;Borderline-Störung&#8221; wurde 1938 von Professor Stern erstmalig verwendet. Er meinte damit eine Art &#8220;Grenzlinie&#8221; zwischen neurotischen und psychotischen Zuständen. Damit beschrieb er eine Gruppe von Patienten, die nicht nur an einzelnen, umschriebenen Symptomen, wie Ängsten, Zwängen, psychischen Lähmungen oder Depressionen litten, sondern bisweilen auch Stimmen hörten, Bilder sahen, die der Realität nicht entsprachen, oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Begriff &#8220;Borderline-Störung&#8221; wurde 1938 von Professor Stern erstmalig verwendet. Er meinte damit eine Art &#8220;Grenzlinie&#8221; zwischen neurotischen und psychotischen Zuständen. <span id="more-19"></span>Damit beschrieb er eine Gruppe von Patienten, die nicht nur an einzelnen, umschriebenen Symptomen, wie Ängsten, Zwängen, psychischen Lähmungen oder Depressionen litten, sondern bisweilen auch Stimmen hörten, Bilder sahen, die der Realität nicht entsprachen, oder sich verfolgt fühlten. Heute weiß man, dass diese Erscheinungen nichts mit schizophrenen Störungen zu tun haben, sondern dass es sich um ein klar abgrenzbares eigenes Störungsbild handelt, das gut beschrieben und <a href="http://www.borderline-world.de/show_cat.php?cat_id=60">diagnostiziert</a> werden kann.</p>
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		<title>Dissoziative Störung</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 22:09:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter Dissoziation versteht man einen Verlust des Wirklichkeitsgefühls. In aller Regel ist dieser Zustand mit einer Abnahme der Intensität von Sinneswahrnehmungen verbunden, d.h. Geräusche werden nur noch wie von weiter Ferne wahrgenommen, Gerüche reduzieren sich fast vollkommen, das Gespür für den Körper inklusive. Schmerzwahrnehmung kann sich auf Null reduzieren, die Wahrnehmung des Raumes verändert sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter Dissoziation versteht man einen Verlust des Wirklichkeitsgefühls. In aller Regel ist dieser Zustand mit einer Abnahme der Intensität von Sinneswahrnehmungen verbunden, d.h. Geräusche werden nur noch wie von weiter Ferne wahrgenommen, Gerüche reduzieren sich fast vollkommen, das Gespür für den Körper inklusive.<span id="more-17"></span> Schmerzwahrnehmung kann sich auf Null reduzieren, die Wahrnehmung des Raumes verändert sich häufig so, als ob die Dinge entweder in weite Ferne rücken oder ihre Gestalt, insbesondere ihre Grenzen verändern. Auch Gefühle werden nicht mehr so intensiv wahrgenommen, manchmal beschreiben Betroffene, dass es so sei als ob man seinen Körper verlasse, außerhalb des Körpers trete und den Körper dann etwas unbeteiligt beobachte. Dissoziationen sind fließend Prozesse, d.h. man kann &#8220;teilweise dissoziieren&#8221;, so dass die Wahrnehmung von Raum und Zeit in der Realität noch teilweise vorhanden ist, oder vollständig dissoziieren. Während Letzterem können Dinge begangen werden, von denen keine Erinnerungsspuren aufgezeichnet werden. Die Betroffenen finden sich dann zum Teil in völlig unbekannten Situationen wieder und wissen nicht mehr, was sie während dieses Zeitraumes getan haben. Für Außenstehende können die Betroffenen jedoch völlig normal wirken.<br />
Auch &#8220;Flashbacks&#8221;, also das sich Aufdrängen szenischer Wiedererinnerungen vergangener Ereignisse, gehört zur Gruppe der dissoziativen Phänomene. Seien es nun Bilder, Stimmen, Gerüche oder körperliche Wahrnehmungen, fast immer handelt es sich um vergangene traumatische Erlebnisse, die im Gehirn gespeichert sind und unkontrollierbar einschießen, dabei als äußerst intensiv und wie gegenwärtig erlebt werden. Es gelingt also nicht, diese Ereignisse der Vergangenheit zuzuordnen. Manche Patienten berichten auch über optische Halluzinationen, das heißt sie erleben Szenen, die Außenstehende nicht erleben.</p>
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		<title>Ursachen</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 22:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das traditionelle tiefenpsychologische oder psychoanalytische Konzept geht davon aus, dass Patienten mit Borderline-Störungen an einer so genannten &#8220;frühen Störung&#8221; leiden, viele Borderline-typischen Denkweisen seien entwicklungspsychologisch früheren Lebensabschnitten zuzuordnen. Belastungen im zwischenmenschlichen Bereich, häufig mit der Mutter oder anderen wichtigen Bezugspersonen, führten dazu, dass die Reifungsentwicklung nur teilweise vollzogen wurde. Unter Belastung sollen die &#8220;erwachseneren&#8221;, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das traditionelle tiefenpsychologische oder psychoanalytische Konzept geht davon aus, dass Patienten mit Borderline-Störungen an einer so genannten &#8220;frühen Störung&#8221; leiden, viele Borderline-typischen Denkweisen seien entwicklungspsychologisch früheren Lebensabschnitten zuzuordnen. Belastungen im zwischenmenschlichen Bereich, häufig mit der Mutter oder anderen wichtigen Bezugspersonen, führten dazu, dass die Reifungsentwicklung nur teilweise vollzogen wurde. <span id="more-15"></span>Unter Belastung sollen die &#8220;erwachseneren&#8221;, das heißt &#8220;reiferen&#8221; Anteile nicht mehr funktionieren, und den Betroffenen bleibe nichts übrig, als sich durch die Aktivierung frühkindlicher Denkmechanismen vor dem vollständigen Zusammenbruch zu schützen. Die Folge sei eine intensive Abhängigkeit von äußeren Bezugspersonen, die wechselseitig geliebt und gehasst werden. Dies komme daher, dass die betroffenen Patienten einen wichtigen Entwicklungsschritt, der sich im Alter zwischen 2 und 3 Jahren abspielen sollte, nicht vollständig vollziehen konnten: zu lernen, dass geliebte Bezugspersonen nicht vollkommen sind, dass sie nicht ausschließlich gut sind oder immer zur Verfügung stehen, sondern dass diese auch unangenehme und negative Eigenschaften haben. Die Psychoanalyse nimmt nun an, dass diese fehlende Integration sogenannter guter oder böser Anteile zu massiven inneren Spannungen führt, die von den Betroffenen nicht ausgehalten werden. Um diese Spannungszustände zu bewältigen, versuchen die Betroffenen wechselnd die guten oder bösen Anteile nach außen zu lagern (zu projizieren). Damit wird die innere psychische Spannung etwas reduziert, es besteht jedoch eine massive Abhängigkeit zu äußeren Personen. Diese Theorie basiert auf klinischen Beobachtungen und der Annahme, dass krankhafte Phänomene im Erwachsenenalter fast immer auf unbewältigten Prozessen der Vergangenheit basieren. Die Konsequenz aus dieser Theorie für die psychotherapeutische Behandlung besteht darin, dass angestrebt wird, eine intensive therapeutische Beziehung herzustellen, um im Rahmen dieser Beziehung &#8220;Nachreifungsprozesse&#8221; zu gewährleisten. Diese Vorstellung und Behandlungsmethode galt jahrzehntelang als Therapie der Wahl, von Kritikern wird allerdings angemerkt, dass es keine wissenschaftlichen Untersuchungen gibt, die die Wirksamkeit bewiesen hätten.</p>
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		<title>Neuere Erklärungsansätze</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 22:06:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In jüngster Zeit wurden Erklärungsansätze weiter entwickelt, die versuchen, empirisch gesicherte Erkenntnisse zu integrieren. Diese Modelle gehen davon aus, dass für die Entstehung der Borderline-Störung mindestens drei Faktoren verantwortlich sind:
1. Eine gewisse Veranlagung, auf emotionale Reize besonders rasch, heftig und lange zu reagieren.
2. Starke emotionale Belastungsfaktoren in der Kindheit oder Jugend (sexuelle oder schwere körperliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In jüngster Zeit wurden Erklärungsansätze weiter entwickelt, die versuchen, empirisch gesicherte Erkenntnisse zu integrieren. Diese Modelle gehen davon aus, dass für die Entstehung der Borderline-Störung mindestens drei Faktoren verantwortlich sind:</p>
<p><strong>1.</strong> <em>Eine gewisse Veranlagung, auf emotionale Reize besonders rasch, heftig und lange zu reagieren.</em></p>
<p><strong>2.</strong> <em>Starke emotionale Belastungsfaktoren in der Kindheit oder Jugend (sexuelle oder schwere körperliche Misshandlungen oder Vernachlässigungen).</em></p>
<p><strong>3.</strong> <em>Ein soziales Umfeld, das &#8220;emotionales Lernen&#8221; behindert. Das heißt, das Kind lernt nicht, seinen Gefühlen zu vertrauen, diese als stimmig und adäquat zu erleben und zur Steuerung seiner Handlungen zu benutzen.</em><span id="more-13"></span>Es müssen nicht immer alle drei Faktoren vorhanden sein, bisweilen <strong>genügt das Zusammenspiel von zwei Faktoren, um eine Borderline-Störung zu entwickeln</strong>. Fast immer handelt es sich also um sehr lebhafte, gefühlsbetonte und sensible Kinder, die relativ früh mit Belastungssituationen konfrontiert werden, deren Bewältigung sie überfordert. Bislang ist nur wenig über erbliche, das heißt genetische Faktoren bekannt, die zum Entstehen einer Borderline-Störung beitragen. Gesichert ist lediglich, dass im Erwachsenenalter die Betroffenen sehr rasch und sehr heftig auf emotionale Reize reagieren, dass es oft sehr schwierig ist, unterschiedliche Gefühle überhaupt klar zu benennen, dass vielmehr häufig unerträgliche Spannungszustände vorherrschen. Weiterhin wissen wir, dass diese Spannungszustände häufig so stark sind, dass ein klares Denken nur noch sehr eingeschränkt möglich ist, und dass sich die Betroffenen dann auch körperlich kaum wahrnehmen. Einige Theoretiker nehmen nun an, dass diese hohe Sensibilität angeboren ist, andere meinen, dass dies die Folge von schweren traumatisierenden Erfahrungen ist, oder dass beide Faktoren zusammenwirken.</p>
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		<title>Kriterien der Diagnose Borderline-Störung</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 22:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Psychiater und Psychotherapeuten haben sich unabhängig von der Frage nach den Ursachen der Borderline-Störung international geeinigt, Diagnosen lediglich auf der Basis beobachtbarer Wahrnehmungs- oder Verhaltensmuster zu stellen. Das bekannteste Instrumentarium ist das DSM-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual IV). Es werden neun Verhaltensmuster beschrieben, von denen fünf erfüllt sein müssen, um die Diagnose einer &#8220;Borderline-Störung&#8221; stellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Psychiater und Psychotherapeuten haben sich unabhängig von der Frage nach den Ursachen der Borderline-Störung international geeinigt, Diagnosen lediglich auf der Basis beobachtbarer <strong>Wahrnehmungs- oder Verhaltensmuster</strong> zu stellen. Das bekannteste Instrumentarium ist das DSM-IV (Diagnostisches und Statistisches Manual IV). <span id="more-11"></span>Es werden neun Verhaltensmuster beschrieben, von denen fünf erfüllt sein müssen, um die Diagnose einer &#8220;Borderline-Störung&#8221; stellen zu können:</p>
<p><strong>1.</strong> Ein verzweifeltes Bemühen, wirkliches oder vorgestelltes <strong>Verlassenwerden zu verhindern</strong>.</p>
<p><strong>2.</strong> Häufig lange, sehr <strong>wechselhafte</strong>, intensive zwischenmenschliche <strong>Beziehungen</strong>, in denen der andere rasch wechselnd einmal als äußerst begehrenswert, wichtig und bedeutsam, dann aber wieder als verabscheuungswürdig, nichtig und unwert erlebt wird.</p>
<p><strong>3.</strong> Das Gefühl für die eigene Person oder das eigene <strong>Selbstbild</strong> ist sehr <strong>instabil</strong>.</p>
<p><strong>4.</strong> Es ist schwierig, bestimmte <strong>Impulse</strong>, die unter Spannungszuständen entstehen, zu <strong>kontrollieren</strong>. Zum Beispiel Geldausgeben, wahllose sexuelle Kontakte, Alkohol- oder Medikamenteneinnahme, Ladendiebstahl, rücksichtsloses Fahren oder Fressanfälle.</p>
<p><strong>5.</strong> <strong>Selbstverletzungen</strong> in Form von Schneiden, Brennen, Nägelausreißen, Kopf an die Wand schlagen oder Suiziddrohungen.</p>
<p><strong>6.</strong> Ausgeprägte <strong>Stimmungsschwankungen</strong>.</p>
<p><strong>7.</strong> Chronisches <strong>Gefühl der Leere</strong>.</p>
<p><strong>8.</strong> Übermäßig <strong>starke Wut</strong> oder die Unfähigkeit, Wut zu kontrollieren.</p>
<p><strong>9.</strong> Vorübergehende <strong>dissoziative Symptome</strong> oder Wahnvorstellungen.</p>
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		<title>Lesenswertes</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 22:02:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Borderline. Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige&#8221;
von Ewald Rahn,
190 Seiten, Psychiatrie-Verlag, 2001, ISBN 3884142585, Preis: 12,90 €  (Guter und anschaulicher Ratgeber, gemeinsam von Betroffenen und Therapeuten erstellt) 

&#8220;Leben auf der Grenze. Erfahrungen mit Borderline.&#8221;
Hrsg. von Andreas Knuf,
210 Seiten, Psychiatrie-Verlag, 2002, ISBN 3884143166, Preis: 12,90 € (Sammlung von 20 Erfahrungsberichten von Betroffenen und ihren Angehörigen)
&#8220;Borderline-Störung&#8221;
von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Borderline. Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige&#8221;</strong><br />
von Ewald Rahn,<br />
190 Seiten, Psychiatrie-Verlag, 2001, ISBN 3884142585, Preis: 12,90 €  (Guter und anschaulicher Ratgeber, gemeinsam von Betroffenen und Therapeuten erstellt) <span id="more-9"></span><br />
<strong><br />
&#8220;Leben auf der Grenze. Erfahrungen mit Borderline.&#8221;</strong><br />
Hrsg. von Andreas Knuf,<br />
210 Seiten, Psychiatrie-Verlag, 2002, ISBN 3884143166, Preis: 12,90 € (Sammlung von 20 Erfahrungsberichten von Betroffenen und ihren Angehörigen)</p>
<p><strong>&#8220;Borderline-Störung&#8221;</strong><br />
von Martin Bohus,<br />
130 Seiten, Hogrefe-Verlag, 2002, ISBN 3801710963, Preis: 19,95 € (wissenschaftliches Therapeutenmanual, eher Hintergrund- oder Spezialisteninformation)</p>
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