Borderline-Störung
Häufig genügen nichtige Anlässe, Gedanken, Gerüche oder Berührungen, um in eine Art Panik “im Leerlauf” zu verfallen. Die Zeit dehnt sich, die Welt wird unwirklich, der Körper ist kaum mehr zu spüren. Teilweise helfen Schnittwunden, diesen Zustand zu überwinden, auch Brandwunden oder Verletzungen anderer Art. Bisweilen gelingt es Ihnen, durch extreme körperliche Anstrengung eine kurze Phase der Entspannung zu erreichen, manchmal erscheint der Suizid als einzige Möglichkeit, dieser Hölle zu entfliehen.” Es ist wie in der Astrologie, wenn einem diese Phänomene bekannt vorkommen, dann könnte es sein, dass es sich bei dem Störungsbild um das Leiden handelt, das im psychiatrisch-/ psychotherapeutischen Fachjargon als “Borderline-Störung” bezeichnet wird.
In erster Linie sind es die Betroffenen selbst aber auch deren Angehörige, die häufig auch erheblich unter den zwischenmenschlichen Auswirkungen dieses Störungsbildes leiden.
Im Gegensatz zu Astrologie ist es wichtig zu wissen, dass Borderline-Störungen nicht selten sind, in der Gesamtbevölkerung dürfte etwa 0,5-1% unter dieser Störung leiden (auch wenn viele Betroffenen fürchten, dass sie mit ihrem Leiden ein Einzelfall sind).
Es kann davon ausgegangen werden, dass 10-15% aller ambulant und fast 20% aller stationär in psychotherapeutischen oder psychiatrischen Einrichtungen behandelten Patienten die Kriterien einer Borderline-Störung erfüllen.
Es gibt also weit mehr Betroffene als gemeinhin angenommen wird. Dennoch sind nicht nur die Betroffenen, sondern häufig auch Ärzte und Therapeuten über dieses Störungsbild nur unzureichend informiert.
2 Responses to “Borderline-Störung”




Flug says:
5. Februar 2010 um 09:06
Ich muss auch immer wieder mitbekommen, wie die Zahl der Betroffenen in meinem Umfeld steigt. Ich kennen nun bereits vier Betrofffene. Das ist eigentlich schon erschreckend! Ich selbst leide auch an dieser Störung und habe nicht gedacht, dass sich in mein Freundeskreis noch so viele gibt, denen es genauso geht! Ob es möglich ist, dass wir uns alle gegenseitig beeinflusst haben weiß ich allerdings nicht, ob dies überhaupt möglich ist!
admin says:
7. Februar 2010 um 13:20
Sie haben Recht, die Zahl von psychischen Störungen überhaupt steigt mit etwa 0,5% pro Jahr weiter an. Bezüglich der Borderline-Störung kann man sich einiges denken. Nach ihr wird mehr geschaut, die Sensibilität für diese Erkrankung ist stärker und breiter. Bringt natürlich mit sich, dass auch Falschdiagnosen vermehrt vorkommen. Die gesellschaftliche Entwicklung mit der Tendenz, möglichst normative und kalkulierbare Emotionen zu haben, hat die Gefühlswelt in den letzten 20 Jahren erheblich verarmen lassen. Aber diese Welt ist leichter manipulierbar und leichter verkaufbar. Diese Umdefininierung der Gefühlswelt in einen Konsumkontext wirkt sich auf alle: Eltern, Kinder, Lehrer, Verwandte usw. Es ist zu einer Installationen von schwarz-weiß gekommen. Insofern kann man schon sagen, es ist eine gewisse Beeinflussung vorhanden. In einer Peergroup wird sie natürlich wirkungsvoller und wirksamer. Dort versuchen die Mitglieder mit den Fertigkeiten, die sie entwickelt haben, die Welt und Umwelt zu begreiffen, zu ergreiffen. So kommt es zu Guppenkulturen verschiedener Art, die nach Kontext suchen. Meistens nehmen sie den, der zu Mainstream gehört.
Gruß